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Wurzeln im 9. Jahrhundert?


Ein Rundgang um den Amtshof führt Sie direkt zum ältesten Teil der Anlage - dem Burgwall. Sein Entstehungszeitpunkt ist bis heute ungeklärt: Die Grafen von Neubruchhausen waren die ersten, die innerhalb des Walles um 1270 eine Burg erbauen ließen. Die ältesten Funde werden ebenfalls dem 13. Jh. zugerechnet. Es ist aber von einer deutlich früheren Errichtung - vermutlich schon im 9./10. Jh. – auszugehen. Einem Inventarium aus dem Jahre 1583 zufolge hatte der Burgwall einen Umfang von rund 400 Metern und bot im Innern Platz für 18 Gebäude - vom prächtigen Haupthaus bis zum Schweinestall. Das Burggelände war durch Wassergräben geschützt und nur über Zugbrücken erreichbar.
Amtshof Syke

Im Zuge mehrfacher Besitzerwechsel - 1384 ging die Burg an die Grafen von Hoya, 1582 an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, zeitweise war der Amtshof in dänischem Besitz - folgten in den darauffolgenden Jahrhunderten zahlreiche Um- und Anbauten.

Von „Kürzungen“ und Vagabunden

Über die Jahrhunderte wuchs die Bebauung innerhalb des Burgwalles zu einem stattlichen Ensemble heran. Nach Ende des 30-jährigen Krieges verfiel die Anlage zusehends, Teilabbrüche folgten. Erst in den Jahren 1980-84 wurden umfassende Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, sodass die Gebäude heute wieder in altem Glanz erstrahlen.


Den ältesten erhaltenen Teil der Anlage bildet das im späten 16. Jh. errichtete, so genannte „Kornzinshaus“. Hier wurden die „Zehnten“, die Naturalabgaben an die Grundherrschaft, gelagert. Zugleich diente das Gebäude als Wohn-, Brau- und Backhaus und verfügte über einen Wein- und Bierkeller. Ursprünglich 33 m lang, „kürzte“ man das Gebäude Mitte des 19. Jahrhunderts einfach um 10 m und entfernte das von Fachwerk dominierte Obergeschoss.

Das ebenfalls mit einem Obergeschoss aus Fachwerk versehene Alte Landratsamt indes erscheint älter als es ist: Es entstand 1914/15 als Erweiterung des bereits 1738-40 errichteten Torhauses. Der Architekt, Regierungsbaumeister Gerstenhauer, legte großen Wert auf historische Rückgriffe an der Fassade – sie sollten auf den Traditionsreichtum der Anlage verweisen. Das Torhaus wie auch der 1843-45 entstandene vordere Gebäudetrakt dienten weniger harmlosen Zwecken als ihr hübsches Äußeres glauben macht: Sie enthielten neben einer Pförtnerwohnung auch einige Verhörzimmer und etliche Zellen für Gefangene aller Art sowie für „männliche und weibliche Vagabunden“. Heute geht es hier zum Glück weniger martialisch zu: Der liebevoll restaurierte Amtshof lädt zum Schauen und Verweilen ein.

Adresse:
Amtshof
28857 Syke

Öffnungszeiten: Mo, Di 8.00 – 17.00 Uhr, Mi 7.30 – 16.00 Uhr, Do 8.00 – 18.00 Uhr, Fr. 7.30 – 13.00 Uhr, jeden 1. und 3. Sa im Monat 10.00 – 12.00 Uhr
Anreise: A1, Abfahrt „Bremen-Brinkum“, B 6 nach Syke, in Syke auf B 6 bleiben, rechts abbiegen in Ernst-von-Boden-Straße, rechts in die Schlossweide
Parkmöglichkeit: Parkplatz vor Amtshof Öffentl. Verkehrsmittel (Fahrradmitnahme möglich): DB Bremen – Osnabrück, Bhf. Syke Gastronomie/Hotellerie: mehrere Möglichkeiten in Syke


Urlaubsjournal 2017/2018

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