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Zum Rendezvous mit dem Pflanzenversteher

Wer kennt nicht Basilikum, das würzige Kraut für Pizza und Pasta? In „herb’s Kräutergarten“ finden sich gleich 20 Sorten der mediterranen Pflanze. Im Norden der Gemeinde Nuttel betreiben Herbert Vinken und sein Team einen Küchengarten, der seinesgleichen sucht. Rund 1.000 unterschiedliche Pflanzenarten gedeihen in der Bioland Gärtnerei, 500 verschiedene Kräuter breiten sich im Genussgarten aus. Dass tatsächlich gegen alles ein Kraut gewachsen ist, glaubt sofort, wer vor den reich bestückten Beeten steht. Hier wächst Schnittknoblauch neben Lavendel, steht Zimmerhopfen neben Olivenkraut, flankiert von Weinraute, Austernpflanze, Zitronen-Bohnenkraut, Hängendem Rosmarin, Aromatischem Estragon, Siebenbürger Salbei, Cola-Kraut und Bronze-Fenchel. Schauen ist gut, schnuppern noch besser, kosten optimal. „Wir laden Sie ein, eine tiefe Nase vom Balsamstrauch zu nehmen, am Estragon zu knabbern und den Rosmarin zu streicheln“, fordert Herbert Vinken seine Besucher zum aktiven Genuss auf. Die Gärtnerei hat eine Gesamtgröße von rund einem Hektar, wer sich einen guten Überblick über die Vielzahl an Kräutern und Stauden verschaffen möchte, sollte Entdeckerfreude und Muße mitbringen. Alles andere ergibt sich von selbst. In der von Vinken nur maßvoll domestizierten Natur stehen die Pflanzen nicht eng an eng, sondern haben Platz, sich breit zu machen. Wenn sich Kümmel und Fenchel von selbst neben dem Beet aussäen, ist das in Ordnung. „Bei uns soll die Natur zu ihrem Recht kommen“, sagt der versierte Gärtnermeister, der sich auch als Gartenbuchautor einen Namen gemacht hat. Der Einsatz von Chemie ist in seiner Gärtnerei tabu, gedüngt wird ausschließlich organisch. Kein Wunder, dass das grüne Gelände auch ein Refugium für Schmetterlinge und Bienen ist.

Auf Anfrage führt Herbert Vinken selbst durch die reiche Kräuterwelt, macht auf Pfefferoregano und den fruchtigen Geruch des Ananassalbei aufmerksam. Ansonsten steht es den Besuchern frei, sich selbst umzusehen und dabei eine ordentliche Mütze Kräuterduft zu nehmen. Im Kraftwerk der Gärtnerei, dem Gewächshaus, gedeihen die Stecklinge wie in einem Brutkasten. In Kisten gegenüber schiebt sich frische Aussaat durch die Erde – ein langsamer Prozess, da braucht es Geduld, sagt Vinken, der jedes Stadium seiner Pflanzen kennt und genau weiß, welche Bodenbeschaffenheit sie mögen, und wie viel Sonne ihnen bekommt. Bei Herbert Vinken überwintert die Flora kalt – es gibt einen Wind- und Wetterschutz, aber keine künstliche Wärme. Das ist so natürlich wie ökologisch sinnvoll, denn man spart Energie. Basilikum im März? Nicht in „herb’s Kräutergarten“.

An einigen Stellen im Garten leuchtet es hell, das ist der Muschelmulch, der das Licht reflektiert, und auf den der Biogärtner schwört. Der Belag aus Muscheln unterdrückt dauerhaft Unkraut, dämmt, sichert eine gleichbleibende Bodentemperatur und schreckt Schnecken ab, denn die mögen es nicht, über scharfe Kanten zu wandern. Hübsch ist ein mit Muschelschalen belegtes Beet obendrein.

Vor 15 Jahren hat Herbert Vinken den ehemaligen Papenhof gekauft, rund 100 Jahre ist das Anwesen alt, lange wurden dort Schweine gemästet und Bullen gezüchtet. Im April 1995 unterschrieb er den Kaufvertrag. Heute lebt er mit seiner Familie auf dem ehemaligen Bauernhof, hat hier Wohnhaus und Büro bezogen, in den alten Stallungen werden die Pakete für den Postversand gepackt.

herb’s Kräutergarten
Bioland Gärtnerei & Picknickgarten
Stedinger Weg 16, 27801 Nuttel
Telefon 04432 / 94003
April bis Oktober, Donnerstag bis Sonnabend, 11 bis 17 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
In der Kräuterküche kann ein Picknick vorbestellt werden.
www.genuss-garten.de



Urlaubsjournal 2017/2018

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