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Alltagskultur mit Bauerngarten


Bäuerliches Leben vom 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Thema des Kreismuseums Syke. Auf der rund 1,4 Hektar großen Fläche lassen historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude vergangene Epochen lebendig werden. Die Besucher können die vielen Arbeitsgeräte in Scheunen und Abstellräumen nach Herzenslust inspizieren. Das von hohen Laubbäumen beschattete, idyllisch am Rand des Friedeholz gelegene Gelände lädt ein zu einem Spaziergang durch die Zeit. Man stößt dabei auch auf einen Bauerngarten und auf eine stilvolle Anpflanzung, wie sie das Bürgertum dereinst zum Repräsentieren schätzte. Alte Grabkreuze wie das des Schulmeisters Reinhard Schierenbeck aus Uenzen von 1728 und historisches Mauerwerk verleihen dem Gelände einen Hauch Romantik, auch wenn deutlich wird, dass der Alltag auf dem Land vor rund 300 bis 100 Jahren ein ausgesprochen arbeitsreicher war. Gegründet wurde das Museum 1937; 1938 wurde als erstes Gebäude ein altes Bauernhaus wieder aufgebaut. Im Lauf der Jahre hat man die Anlage mehr und mehr erweitert. Die kunstvollen Holzschnitzereien an einem historischen Weizenspeicher sind ein anschauliches Beispiel für die hohe Güte der Handwerkskunst zu Zeiten der Weser-Renaissance. Mehr als zehn ländliche Gebäude vermitteln ein realistisches Bild vergangener Lebens-, Arbeits- und Wohnverhältnisse in der Region.

Ab Mitte der 1990er Jahre wurden um das zentrale Bauernhaus verschiedene Gärten angelegt. Die Rasenfläche am Traufstein wurde zu einer Obstwiese umgestaltet, auf der überwiegend regionale Apfelsorten wachsen, darunter der Syker Dauerapfel, Jacob Lebel, Krügers Dickstiel und Weißer Winterglockenmantel. Diese und andere Sorten sind gefragt, seitdem sich die Verbraucher wieder vermehrt für die Spezialitäten ihrer Region interessieren. Außerdem werden im Museumsgarten Zwetschge, Quitte und Birnensorten wie die „Gräfin von Paris“ geerntet.

Sowohl die Wiese als auch der Bauerngarten orientieren sich an den traditionellen Gärten auf dem Land. Um die Gestaltung möglichst nah am Original zu realisieren, bat das Museum die Bevölkerung um Mithilfe. Mit den Ergebnissen einer Umfrage und unter Berücksichtigung alter Quellen ist hinter dem Bauernhaus ein Garten entstanden, wie er vor rund 100 Jahren typisch war im Nordwesten. Seit 15 Jahren wird das Projekt von der Gartenbauingenieurin Gundi Boese betreut. Unter ihrer Regie gedeihen auf komprimierter Fläche Mischgemüse, Obst und Blumen. Je nach Jahreszeit wachsen Erdbeeren und Rhabarber, Kartoffeln und Kürbis. Erbsen ranken an Buchenreisig – so war es üblich um 1900. Dicke Bohnen feiern in diesem Biogarten ein Comeback, denn sie waren einst eines der wichtigsten Gemüse. Ringelblumen und Kapuzinerkresse, Tränendes Herz, Frauenmantel und Stockrosen setzen Farbtupfer. Am Rand des Bauerngartens liegt ein Schulgarten, für den die Schulgartengruppe „Grünlinge“ zuständig ist. Unter Anleitung einer Museumspädagogin kümmern sich Kinder zwischen neun und elf Jahren um das kleine Feld, auf dem sie Gemüse und Blumen pflanzen. Angrenzend entstand 2009 ein bürgerlicher Erholungsgarten mit Buchsbaumumrundung – ein Miniaturausschnitt bürgerlicher Gartenkultur, wie sie typisch war für das beginnende 20. Jahrhundert. Hier lässt es sich – wie damals auch – gut innehalten und ausruhen.

Kreismuseum Syke
Herrlichkeit 65, 28857 Syke
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Urlaubsjournal 2017/2018

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