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Spaziergänge zwischen Buchskugeln und Eibenwürfeln

Ästhetisch wirkungsvoll und sehr stilsicher angelegt präsentiert sich der Landschaftsgarten von Horst Evers am Ortsrand von Hude. Uralte Eichen, prächtige Gehölze und Rabatten, großzügige Rasenflächen, aber besonders die formschön geschnittenen Buchsparterre erinnern an einen englischen Park. Statt in einem britischen Landhaus wohnt Horst Evers jedoch in einem reetgedeckten Oldenburger Bauernhaus, das 1819 errichtet wurde. In den 1970er Jahren hatte Evers das damals recht marode Anwesen erstanden und es mit seiner Frau liebevoll restauriert. Auch der Garten ist im Lauf von vielen Jahren gewachsen. Horst Evers ist von Beruf Fachmann für Hafenlogistik, die Gartengestaltung hat er sich in seiner Freizeit beigebracht. Und seine Pläne sind gut durchdacht: Das Arrangement der Buchsparterre etwa hat der leidenschaftliche Freizeitgärtner auf Millimeterpapier entworfen und dann Zentimeter für Zentimeter im Garten umgesetzt. Er überlässt wenig dem Zufall. Evers ist ein Sammler und Sucher, der mit Kennerblick nach Objekten Ausschau hält, die das historische Anwesen bereichern könnten. Der rot geklinkerte Spieker neben der Einfahrt ist ein altes Backhaus, das Horst Evers Stein für Stein aus dem Südoldenburgischen abtragen und auf seinem rund 19.000 Quadratmeter großen Grundstück wieder aufbauen lassen hat. Auch die aus Weiden geflochtene Scheune, in der einst Feldfrüchte eingelagert waren, ist originalgetreu rekonstruiert. Die 200 Jahre alte Handpumpe an der Rückseite des Hauses hat Evers in der Wesermarsch aufgetan, auch sie verbreitet nostalgisches Flair.

Inmitten der Buchsparterre gedeihen Stockrosen und Königskerzen, an der Längsseite des Bauernhauses wachsen zahlreiche Küchenkräuter. Der Garten mit einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern ist von dicht stehenden Laubbäumen umrahmt. Geschickt konstruiert sind die Blickachsen. So wird das Augenmerk an einer Stelle durch romantische Rosenbögen über eine Vogeltränke bis zur blau gestrichenen Seitentür gelenkt; eine weitere Achse führt die Sicht durch ein ebenfalls von Rosen umwachsenes Mondtor auf eine antike Vase. Die kühle Geometrie der Anlage wird immer wieder durch harmonisch arrangierte Sitzecken durchbrochen, deren verziertes Gestühl die Patina der Zeit angenommen hat. Aus der Totalen betrachtet wirkt das schmucke Anwesen wie die Stein und Staude gewordene Illustration in einem vierfarbigen Landhauskalender. Ein besonderer Blickfang sind die akkurat geschnittenen Buchskugeln und Eibenwürfel sowie das breitblättrige Pfaffenhütchen (2006 zur Giftpflanze des Jahres gekürt) mit seinen roten Bischofsmützen. Der Blumenhartriegel, der daneben wächst, veranstalte im Mai eine richtige Farbshow, schwärmt Horst Evers, die Kolorierung der Blüten reiche von reinem Weiß bis zu leuchtendem Rosa – ihn erinnern Form und Färbung an reife Himbeeren auf langem Stil.

Auch Wasser ist ein Thema in diesem großzügigen Landschaftsgarten. Auf dem Rand eines zwölf Meter tiefen Brunnens hat Horst Evers einen alten Kupferkessel platziert und eine Muschel auf den Grund sinken lassen; in einem Fischteich leben Kois. Wasserdost und Schlangenknöterich hat der passionierte Gärtner gepflanzt, in einer Senke wiegen sich Gräser im Wind. Zum Abschluss einer Führung zeigt Evers gerne den überwachsenen Schattenweg, einen von Findlingen gesäumten Pfad unter jahrhundertealten Laubbäumen. Tief sinken die Schritte in den dichten Moosteppich ein, aus dem Blätterdach fällt marmoriertes Licht.

Landschaftsgarten Horst Evers
Nordenholzer Str. 22, 27798 Hude
Telefon 04408 / 475
Eintritt 3 Euro
Parkplätze vorhanden
Behindertengerecht
Hunde nicht erlaubt



Urlaubsjournal 2017/2018

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