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Mooszimmer mit Aussicht

Wer den Privatgarten von Anke Dunker-Bureck in Dötlingen besucht, sollte Zeit mitbringen, denn hier gibt es charmante Details zu entdecken. „Ein Garten für alle Sinne“, so nennt die Landwirtin das phantasievoll gestaltete Areal – am Blattwerk schnuppern und von Kräutern kosten, das ist ausdrücklich erwünscht. Wenn Anke Dunker-Bureck in ihrem Bauerngarten arbeitet, rücken die Anforderungen des Alltags ganz in den Hintergrund. Dieses Geschenk der Auszeit möchte sie auch ihren Besuchern machen. Da sie an Aktionstagen wie dem „Tag der offenen Gartenpforte“ nicht alle Gäste gleichzeitig führen kann, heftet sie Beschilderungen an die hölzernen Wegweiser. Darin erläutert sie die Themen entlang des 15 Stationen umfassenden Rundgangs und beschreibt ihre Gartenphilosophie, in der Natürlichkeit einen hohen Stellenwert besitzt. In Anke Dunker-Burecks Garten darf ein Gehölz altern und brechen, dürfen Bäume vom Wind gebeugt sein, muss nicht jedes gefallene Blatt entsorgt und nicht jeder Wildwuchs gleich gezähmt werden.

Die Familie betreibt einen Milchviehbetrieb, in der warmen Jahreszeit sind die Kühe auf der Weide. 1927 wurde hier das Land urbar gemacht, Heide und Moor von Hand kultiviert. Anke Dunker-Bureck heiratete in den Hof ein; der Garten, den sie kontinuierlich erweitert hat, ist ihre Aufladestation, ihr Kraftzentrum.

Der Rundgang beginnt mit dem ursprünglichen Wohn- und Blumengarten hinter dem Haus. Hier wachsen noch die alten Birnbäume, die der Großvater einst pflanzte. Dazwischen gedeihen gemischte Stauden, Gehölze und viel Immergrün. Zur Straße hin liegt ein Seerosenteich, der Fröschen als Lebensraum dient. Einige Schritte weiter ist Rosa die dominierende Farbe. Rhododendron und verschiedene Geranien tragen blassrosa bis lila Blüten, dekorative Glaskugeln in lila Farbtönen runden das Ensemble ab. An anderen Stellen dominieren Blau oder Weiß, stets gibt es kleine Überraschungen zu entdecken – eine Skulptur in einer alten Zinkwanne, eine Mauer mit einer bepflanzten Schale, alte Gitter und Waschtische, schmiedeeiserne Stangen, aber auch natürliches Totholz, das an kreative Schreinerkunst erinnert. Unweit des Seerosenteichs hat Anke Dunker-Bureck eine Terrasse aus Bruchsteinen angelegt, darauf laden geschwungene Gartenstühle zum Verweilen ein; überall auf dem Gelände gibt es diese lauschigen Sitzecken mit Blick z.B. auf Frühblüher und Wasserminze, Buchsbaum, Eiben und Efeuhügel. Am Haus gedeihen Farnkräuter, darin finden sich Zierapfel und Klematis, Schmetterlingsflieder und Duftnessel. Unter einer üppigen Lärche, die ihre Zweige langfingrig über den Rasen hängen lässt, hat Anke Dunker-Bureck zwei Liegen aufgestellt. Auf dieser „Insel der Ruhe“ findet man an heißen Tagen einen kühlen Schattenplatz. Im Gemüsegarten führen Sommerblumen eine harmonische Koexistenz u.a. mit Stachelbeeren und Zwetschgen, Zucchini, Kürbis, Mangold, Kartoffeln, Erdbeeren, Kohlrabi und Spinat. Zur mediterranen Kräuterrabatte gehören Rosmarin, Estragon, Thymian, Salbei und Basilikum – einmal tief einatmen, die Augen schließen und ein kurzes Rendezvous mit der Flora des Mittelmeers genießen.

Wenn die Besucher von soviel Duft und Farbe ganz erfüllt sind, empfiehlt ihnen Anke Dunker-Bureck zum Abschluss den Rundgang durch ihren Waldgarten. Hier gedeihen Unterholzpflanzen, dämpfen Laub- und Nadelbäume das Tageslicht. Man läuft auf gewundenen Wegen, gesäumt von dichtem Farn, bis zum alten Schweinestall, der von Efeu bewachsen ist. „Mein Landschaftsfenster“, nennt Anke Dunker-Bureck diesen Platz, von dem der Blick unverstellt über das Weideland geht. Ein Ort der Stille ist das „Mooszimmer mit Ausblick“ am anderen Ende des Waldgartens. Die Sonne tröpfelt zähflüssig durch das Blätterdach, alte Stallfenster und eine rostige Milchkanne stehen neben einer Steinbank. In Sichtweite leuchtet matt die weißgraue Rinde hochgewachsener Birken – ein unverhoffter Lichtfleck im tiefen Sirupgrün.

Privatgarten Anke Dunker-Bureck
Stedinger Weg 18, 27801 Dötlingen
Telefon 04432 / 1455
Eintritt 2 Euro
Parkplätze vorhanden
Bedingt für Behinderte geeignet
Führungen nach Absprache
Kleinere Gruppen können (auf Anfrage) verköstigt werden.
Hunde nicht erlaubt



Urlaubsjournal 2017/2018

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