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Gemessen an nahegelegenen Gebieten - Friesland etwa - begann man in der Wildeshauser Geest schon recht früh mit der Erbauung von Kirchen, nämlich im 9. Jahrhundert. So entstand die erste Kirche der Region vermutlich Mitte des 9. Jahrhunderts in Ganderkesee. Aber allen frühen Geest-Kirchen war eines gemeinsam: ihre Vergänglichkeit, denn sie wurden nicht aus Stein, sondern aus Holz gebaut. Aus diesem Grund ist nicht eine von ihnen bis heute erhalten - nur in Ausnahmefällen stießen Archäologen noch auf winzige Überreste, zum Beispiel in Visbek oder Dötlingen.

Die hölzernen Gotteshäuser waren ein beliebter Angriffspunkt kriegerischer Gegner und wurden häufig in Brand gesetzt, aber auch durch Blitzschlag oder andere Unglücksfälle fielen sie immer wieder Feuersbrünsten zum Opfer. Aus diesem Grund wurden sie - vereinzelt schon seit dem 11., vor allem aber seit dem 12. und 13. Jahrhundert - durch solide Steinbauten ersetzt. Aus heutiger Sicht muten diese ersten Steinkirchen ausgesprochen schlicht an. Aus mehr oder weniger sorgfältig behauenen Feldsteinen errichtet, handelte es sich meist um einfache Saalkirchen mit Flachdecke und geradem Ostabschluss. Bedenkt man jedoch, dass die Bevölkerung damals noch mehrheitlich in Häusern aus Holz und Lehm wohnte, so wird deutlich, dass den Kirchen ein herausragender Wert beigemessen wurde und sie zugleich auch den steigenden wirtschaftlichen Wohlstand der Region repräsentierten.

Erst im 13./14. Jahrhundert ging man allmählich zur Backsteinarchitektur über. Backsteine konnten in heimischen Betrieben hergestellt werden und waren damit in ausreichender Zahl verfügbar, um mit wachsendem Wohlstand neue repräsentative Gotteshäuser zu bauen. Zugleich wurden viele der frühen romanischen Feldsteinkirchen erweitert - so entstanden die geesttypischen Baunähte zwischen Back- und Feldstein, wie man sie heute u.a. in Barrien oder Kirchhatten vorfindet.



Urlaubsjournal 2017/2018

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